Evangelische Kirchengemeinde Rückeroth

Nichts ist so sicher wie der Tod.  Aber er ist nicht das Ende.  Als Christen vertrauen wir darauf, das Gott noch etwas mit uns vorhat.

 

Bei einem Todesfall in ihrer Familie stehen wir ihnen gerne bei.

 

Praxis:

Sie rufen beim Pfarrer Peter Boucsein-Kuhl (02626 / 2063260) oder dem Pastorenehepaar Michael und Katrin Kleck (0151 / 12334891) an. Vereinbaren sie einen Gesprächstermin und klären sie wann und wo die Trauerfeier stattfinden soll. In Absprache mit dem Bestattungsunternehmer legen wir dann einen Termin fest.

 

 

Text von Martin Luther

 

EIN SERMON VON DER BEREITUNG ZUM STERBEN

 

Am 1. November des Jahres 1519 veröffentlicht, ursprünglich an einen Freund - Max Schart - als Trostbrief verfasst.

 

1. Dieweil der Tod Abschied von dieser Welt und allen ihren Händeln ist, so ist not, daß der Mensch für sein zeitlich Gut ordentlich Vorkehrungen dafür treffe, wie es werden soll oder er es zu ordnen gedenkt, damit nicht nach seinem Tode Ursache zu Zank, Hader oder sonst einer Irrung unter seinen hinterbliebenen Freunden werde. Dies ist der leibliche oder äußerliche Abschied von dieser Welt, der Urlaub und das Lebewohlsagen zu dem Gut.

 

2. Man soll auch geistlichen Abschied nehmen, das heißt man vergebe freundlich und lauter um Gottes willen allen Menschen, die uns beleidigt haben. Wiederum begehre man lauter um Gottes willen Vergebung von allen Menschen, deren viele wir ohne Zweifel beleidigt haben, zum wenigsten mit bösem Beispiel oder zu wenig Wohltaten, die wir nach dem Gebot brüderlicher, christlicher Liebe ihnen schuldig gewesen waren. Das sollen wir tun, damit die Seele nicht mit irgendeinem Handel auf Erden behaftet bleibe.

 

3. Wenn so von jedermann auf Erden Abschied genommen ist, soll man sich allein zu Gott richten, zu dem der Weg des Sterbens sich ja hinkehrt und uns hinführt. Und hier hebt an die enge Pforte, der schmale Steig zum Leben. Das muß ein jeder fröhlich erwägen. Denn er ist wohl sehr enge, aber nicht lang. Es geht hier zu, gleichwie ein Kind aus der kleinen Wohnung des Leibes seiner Mutter mit Gefahr und Ängsten in diesen weiten Himmel und Erde, das ist auf diese Welt geboren wird; also geht der Mensch durch die enge Pforte des Todes aus diesem Leben. Und wiewohl der Himmel und die Welt, worin wir jetzt leben, für groß und weit angesehen wird, so ist es doch alles im Vergleich mit dem zukünftigen Himmel viel enger und kleiner, als der Leib der Mutter im Vergleich mit diesem Himmel ist. Darum heißt das Sterben der lieben Heiligen eine neue Geburt, und ihre Todestage nennt man im Lateinischen ,,natale" , einen Geburtstag. Aber der enge Gang des Todes macht, daß uns dies Leben weit und jenes enge dünkt. Darum muß man das glauben und von der leiblichen Geburt eines Kindes lernen, wie Christus sagt : ,,Ein Weib, wenn es gebiert, so leidet es Angst; wenn sie aber genesen ist, so gedenkt sie der Angst nimmer, dieweil ein Mensch von ihr in die Welt geboren ist (Joh.16,21)." Also muß man auch im Sterben der Angst gedenken und wissen, daß danach eine große Erleichterung und Freude sein wird.